| Roma: Der erste Tod des Mark Aurel |
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Rezension des Historienkrimis von Gisbert Haefs: Der Roman "Roma" zeigt auf überzeugende Weise die Gesellschaft und die Lebensgewohnheiten zur Zeit Mark Aurels.
Die Zeit Mark AurelsDem Genre nach ein Krimi im historischen Gewand, überzeugt „Roma" nicht nur durch das geschichtliche, sondern auch durch das sprachliche und künstlerische Hintergrundwissen, das vermittelt wird – griechische und lateinische Begriffe werden teils erläutert, die Kapitel stilecht mit Zitaten des Philosophenkaisers eingeleitet, zugleich erfolgt ein Einblick in das Leben mehrerer gesellschaftlicher Schichten: Traditionen, Weltanschauungen und Gewohnheiten werden gekonnt dargestellt und sind immer nahe am Leben: die Schilderung der Speisen, im Umfeld des Hafenviertels natürlich hauptsächlich Fisch und eine leckere Fischtunke, macht Appetit.
Hinter den KulissenEs gelingt Haefs, ein plastisches Bild der Antike zu zeichnen, das die gesamte Breite menschlicher Gefühle zeigt – von feingeistigen, witzigen und gut durchdachten Dialogen bis hin zu den Abgründen, die das Leben, Hoffen und Sterben der damaligen Zeit bot. Dabei ist es gerade die Verbindung von kaiserlicher und prätorianischer Politik mit dem Leben der kleinen Schauspieler, Fischhändler, Sklaven und Soldaten, die dem Leser immer wieder deutlich macht, dass sich hinter den Kulissen durchaus mehr tut als zunächst geahnt: der Krieg gegen die Parther, die Geheimpolitik des Reichs, die Überreste alter, barbarischer Religionen und die Intrigen und Lügen der Mächtigen. Dennoch ist es durchaus eine der Stärken des Romans, dass er sich, trotz seines Namens, nicht – wie etwa die Alexanderromane oder „Hannibal“, hauptsächlich in der Umgebung der historischen Figuren bewegt, sondern das Augenmerk hauptsächlich auf das Leben und den täglichen Überlebenskampf der Armen richtet. Historische Ereignisse bilden hierbei jedoch einen – allerdings glaubwürdigen – Hintergrund.
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