Handbuch Ghostwriting

Söldner heute

Die Hochkonjunktur einer Branche: Söldner sind kein Gespenst aus vergangenen Zeiten, sondern arbeiten heute als professionelle und hoch bezahlte Dienstleister

 

Hört man den Begriff "Söldner", denkt man in der Regel zunächst an vergangene Zeiten: die griechischen Söldner der Antike, die Söldnerheere der Renaissance und die Abenteurer wie "Kongo Müller" und "Mad" Mike Hoare, die in den 60er Jahren in instabilen afrikanischen Staaten Glück und Reichtum suchten.

 

Die Auslagerung des Krieges

Dass heute Söldnerdienste mehr als je zuvor gefragt sind, erscheint zunächst unglaubwürdig, entspricht jedoch den Tatsachen. Dabei sind es nicht nur in Bedrängnis geratene, schwache Regierungen von Entwicklungsländern, die sich vom Einsatz von Söldnereinheiten und deren westlich geprägter Ausbildung und überlegener Ausrüstung Rettung versprechen. 
Gerade die Vereinigten Staaten von Amerika greifen bei ihren jüngsten Operationen, vor allem im Irak, mehr als je zuvor auf die privaten Anbieter militärischer Dienste zurück. Dabei verstehen es die Unternehmen, die sich selbst als Sicherheitsdienstleister charakterisieren, das profitable und mitunter blutige Geschäft als Beitrag zur Stabilität und Demokratisierung des Nahen Ostens erscheinen zu lassen. 
Personelle Verflechtungen zwischen Politik, Militär und Wirtschaft tun ein Übriges, um die Hemmschwelle zum Einsatz von Söldnereinheiten weiter zu senken. Die in diesem Bereich tätigen Unternehmen greifen auf ehemalige, auch hochrangige Soldaten zurück, die sich, je nach Auftragslage, als militärische Berater, Berater in Sicherheitsfragen, Trainer von Polizei- und Armeeeinheiten, Bodyguards oder Objektschützer zur Verfügung stellen.

 

Söldner im Irak

Nach der Besetzung des Irak agierten die von der US-Regierung eingesetzten Söldnereinheiten weitestgehend im rechtsfreien Raum: Zwar existierten Verträge mit dem US-Verteidigungsministerium, die die Rahmenbedingungen der mindestens 20.000 Mann starken Truppe festlegten. Wie der Umgang mit vermeintlichen oder echten Bedrohungen jedoch geregelt wurde, blieb dem selbsternannten Sicherheitspersonal weitestgehend selbst überlassen – es sind kaum Fälle bekannt, in denen die Privatsoldaten wegen ziviler Todesopfer angeklagt wurden: auf irakischer Seite fehlten hierzu die Mittel, weil erstens viele Regierungsmitglieder selbst auf die Sicherheitsfirmen angewiesen waren und zweitens deren Ausrüstung die der irakischen Polizei in den Schatten stellte. Auf amerikanischer Seite existierte kein Interesse daran, das Wirken der Söldnereinheiten bekannt werden zu lassen, da dies die Stimmung gegenüber den Besatzern noch weiter verschlechtert hätte.

 

Die Folgen des Söldnereinsatzes

Die Privatisierung von militärischen Dienstleistungen führt zu einer Abhängigkeit der Armee und bei zunehmender Verschlechterung der Sicherheitslage zu massiv ansteigenden Kosten. Für die regulären Truppen stellt es eine Belastung dar, wenn private Dienstleister nicht nur weitaus besser bezahlt werden als die Soldaten, sondern darüber hinaus auch von Fall zu Fall entscheiden, welche Aufträge übernommen werden und welche als zu gefährlich gelten.

Für die irakische Gesellschaft, die unter der anhaltenden Gewalt leidet, bedeutet es eine zusätzliche Belastung, dass die US-Nachkriegsplanung vorsah, den überwiegenden Teil der Versorgungsdienstleistungen von US-Unternehmen durchführen zu lassen, anstatt in den Wiederaufbau der dortigen Wirtschaft zu investieren. Angesichts der Lage dürfte die Annahme durchaus berechtigt sein, dass die privaten Dienstleister mehr geschadet als genutzt haben. Für die beteiligten Firmen bedeutete das Engagement im Irak jedoch Gewinne, die in dem Maße wuchsen, wie sich die allgemeine Sicherheitssituation verschlechterte.

 

Literatur

 

 
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