| Intolerance |
|
„Intolerance" ist ein Film aus dem Jahr 1916, der in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich ist. Auch mehr als 90 Jahre nach seinem Erscheinen fällt eine Einordnung schwer.
Vier GeschichtenDer Film schildert vier Geschichten, deren Verlauf in mehreren Episoden gezeigt wird. Der Bezug der Episoden untereinander besteht nicht in der Handlung, sondern in der Thematik des Kampfes zwischen Liebe und Intoleranz.
Tugendwahn als Auslöser von UnheilDie vierte und in der Zeit der Erscheinung des Films, also um 1916, angesiedelte Episode zeigt schließlich die Verarmung einer Fabrikbelegschaft. Diese ist ironischerweise dem Umstand zu verdanken ist, dass der Fabrikbesitzer Geld für „wohltätige Zwecke“ und den Kampf gegen die Untugenden wie Trinken und Tanzen benötigt. Eine streng puritanische Wohlfahrtsorganisation hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, die Menschen zu einer moralischen Lebensweise zu bringen, die sich in Wahrheit aber gegen jede Form der Freude richtet.
Kein PublikumserfolgDavid Wark Griffith, der bereits seit 1908 als Regisseur tätig war, produzierte den Film und führte auch Regie. Es stellte sich jedoch heraus, dass „Intolerance“ beim Publikum nicht den gewünschten Erfolg hatte. Offenbar konnte sich das Publikum nicht mit der für die damalige Zeit ungewöhnlich komplexen Erzählstruktur anfreunden, zudem widersprach der Zeitgeist des ersten Weltkrieges, der ein Jahr später auch die USA erfassen sollte, der pazifistischen Grundhaltung des Films. Heute gilt der Film vielen Kritikern als Meisterwerk – nicht nur wegen seines epischen Umfangs, sondern auch wegen seiner Machart – kameratechnisch wechselten sich die unterschiedlichen Stile ebenso ab wie erzählerisch. Ein kurioser und auch heute noch sehenswerter Film ist „Intolerance“ allemal. |