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Eine Webseite sammelt und verbreitet persönliche Informationen: Soziale Portale erobern das Internet und erreichen Rekordnutzerzahlen. Spock.com erreicht eine bisher nicht gekannte Personalisierung und Vernetzung.
Im Internet herrscht seit vielen Jahren ein massiver Wettkampf zwischen diversen, so genannten social websites, die sich bemühen, die Vernetzung ihrer Nutzer und den Informationsaustausch zwischen ihnen zu kanalisieren und ökonomisch auszunutzen. Hochkonjunktur für die PortaleDabei stellen Seitenbetreiber von Portalen wie Xing, Youtube, Facebook und Studivz die Technik zur Verfügung, mit denen Nutzer zueinander finden. Ob es nun die Suche nach einem Arbeitsplatz, nach Diskussionspartnern, einem Freundkreis oder nach einer Beziehung ist – die Portale verzeichnen regen Zulauf.
Für die Seitenbetreiber versprechen Aufbau und Betreuung einer social website neben den heiß ersehnten Besucherzahlen auch die Möglichkeit, das Nutzerverhalten zu analysieren und diese Ergebnisse direkt für die Marktforschung und die an Zielgruppen orientierte Werbung zu nutzen. Je mehr private Daten die Nutzer von sich preisgeben, um so effizienter wird dementsprechend die Werbung, desto höher die damit erzielten Einnahmen. Spock.com holt sich persönliche DatenEine Seite, der es zeitweilig gelang, Aufsehen zu erregen, ist spock.com – ein Portal, das derzeit noch als Betaversion agiert und vollmundig verkündet, die „genaueste“ Personensuchmaschine der Welt zu sein.
Um diesen Status zu erreichen, setzt Spock nicht nur auf eine Anmeldung und Selbstdarstellung seiner Nutzer, sondern es werden gezielt alle zugänglichen Daten im Internet gesammelt.
Dass hierbei auch Namensgleichheiten auftreten, die von der automatisierten Begriffserfassung nicht erkannt werden, ist selbstverständlich und führt teils zur Vermischung von unterschiedlichen Personendaten unter einem Namen. Schlüsselbegriffe und VerknüpfungenDer „soziale“ Bereich des Portals besteht darin, die Nutzer über die Relevanz von Schlüsselbegriffen für eine Person abstimmen zu lassen. Auf diese Weise soll eine einzigartige Vernetzungsdichte der Namen und Begriffe erreicht werden.
Klickt man beispielsweise auf den Namen des derzeitigen demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama, so liefert spock.com nicht nur Bilder, Videos, Nachrichten und Webseiten, sondern auch eine Liste von Schlüsselbegriffen, die die Nutzer dem Namen zugeordnet haben: Demokrat, Präsidentschaftskandidat, Afroamerikaner, US-Senator ect. Da die Zuordnung der Begriffe, ebenso wie die das Amt des Präsidenten, heiß umkämpft ist, kommt es immer wieder zu versuchen, die Schlüsselbegriffe in negative oder positive Richtung zu verzerren. So finden sich hier auch der Spitzname „Obambi“, und Teile von Wahlkampfaussagen wie „möchte mehr EU-Hilfe für Afghanistan“. Hat das Image eines Politikers bereits schweren Schaden genommen, schlägt sich dies ebenfalls in der Bewertung durch die Nutzer nieder. So finden sich bei der Übersicht zum amtierenden Präsidenten George W. Bush Aussagen und Begriffe wie „Idiot“, „Hat ein Problem, Brezelgebäck zu schlucken“, „haushaltspolitisch verrückt“ und „militärischer Blindgänger“.
Darüber hinaus lässt sich bei jedem dieser Begriffe das Abstimmungsverhalten der Nutzer zur Relevanz der Begriffe zum jeweiligen Namen einsehen. Die Seite könnte, sollte sie auch weiterhin stark wachsen, zu einer Art Stimmungsbarometer werden, das jedoch Manipulationsversuchen sowie dem Schnüffeln nach persönlichen Daten weiter Vorschub leistet. |