| Epic 2015 |
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Eine düstere Zukunftvision: Die Animation "Epic 2015" zeigt die Folgen von zunehmender Monopolisierung des Nachrichtenbetriebes. "2014 geht die New York Times offline" – mit diesem zentralen Satz führt "Epic 2015", eine 9 Minuten lange Animation dem Zuschauer die Folgen einer beunruhigenden Allianz von fortgeschrittener Technik, Datensammelwut und wirtschaftlichen Interessen vor Augen. Epic 2015 ist eine von Robin Sloan and Matt Thompson erstellte, aktualisierte Version der Animation "Epic 2014", die eine schöne neue Welt schildert, deren Struktur in der Realität längst aufgebaut wurde: Es handelt sich um die vollständige Vernetzung und die kommerzielle Ausbeutung von Nachrichten, privaten und geschäftlichen Informationen.
Kampf um die VorherrschaftDas Szenario schildert den Kampf von Microsoft, Google und anderen Firmen um die Vorherrschaft im Internet. Die großen Konzerne entwickeln Technologien, die jeden Nutzer zum Konsumenten und gleichzeitig zum Mitarbeiter eines riesigen Informationsnetzwerkes machen. Mit dem Bündnis zwischen Google und Amazon entsteht das Medienunternehmen "Googlezon", das die Stärken der beiden Partner vereint: Mit der Suchtechnologie Googles und dem immensen Datenbestand Amazons zu Nutzerzahlen, deren Einkaufs- und Internetgewohnheiten ist das neue Unternehmen in der Lage, jedem Nutzer genau diejenigen Informationen zur Verfügung stellen, die in dessen Profil passen: In den meisten Fällen sind dies jedoch zusammenhanglose, verflachte und mit Werbeinhalten verbrämte Meldungen. Die zugrunde liegende Technologie: "epic", das "Evolving Personalized Information Construct". Nachrichten werden so durch Computer von ihrem tatsächlichen Informationszusammenhang getrennt, in einzelne Bestandteile zerlegt, kommerzialisiert, weiterverarbeitet und jedem Nutzer individuell zugestellt – ein journalistischer Albtraum, da keine tiefergehenden Analysen und Interpretationen von Nachrichten mehr vorgenommen werden, sondern jeder Nutzer mit einer Vielzahl zusammenhangloser, oberflächlicher und belangloser Informationen bombardiert wird.
The New York Times gegen GooglezonDie Suchprogramme von Googlezon nutzen für die Erstellung dieser Informationshäppchen alle verfügbaren Inhalte des Internet – auch die von traditionellen Zeitungen. Im Jahr 2011, so die Animation, kommt es schließlich zu einem Prozess zwischen der New Times und dem Googlezon-Konzern, da die Times in dem Vorgehen des Unternehmens eine Verletzung der Urheberrechte sieht. Der Fall geht bis vor den höchsten US-Gerichtshof und endet am 4. August 2011 mit einem Sieg Googlezons. Die renommierte Zeitung sieht keine andere Alternative, als einen völligen Rückzug aus dem Internet. Die Times ist von da an "ein nur noch gedruckt erhältliches Mitteilungsblatt für die Elite und die Älteren."
Düstere Aussichten für unabhängige Informationen?Epic 2015 spricht die derzeitigen Entwicklungen im Internet und im Nachrichtenbereich an und ist mit seinen Prophezeiungen nicht weit von der Realität entfernt. Dies zeigt sich etwa darin, dass sich Inhalte und Aufmachung von Nachrichtenseiten immer stärker ähneln und Nachrichten eher nach ihrer Popularität und kommerziellen Verwertbarkeit als nach ihrer tatsächlichen Bedeutung präsentiert werden. |