| Lobbyismus: Die fünfte Gewalt |
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Rezension des Buches von Thomas Leif und Rudolf Speth: Das Buch „Die fünfte Gewalt - Lobbyismus in Deutschland" bietet mehrere Blickwinkel auf die Betätigungsfelder, die Instrumente und das Wirken der Lobbyisten.
Lobbyismus ist in der Bundesrepublik weit verbreitet und bewegt sich in der öffentlichen Wahrnehmung zwischen den beiden Polen „berechtigte Interessenvertretung“ und „Korruption“. Lobbyisten selbst bemühen sich, ihre Tätigkeit als wesentlichen Bestandteil einer demokratischen Ordnung darzustellen, während Politiker die Informationen aus Interessenverbänden als wichtige Entscheidungshilfen nutzen. Dass hierbei jedoch Abhängigkeiten entstehen, die sich als durchaus schädlich für Außenstehende erweisen können, zeigt sich bei der Lektüre.
Informelle KontakteKein Verband mit politischer oder wirtschaftlicher Zielsetzung und keine Gewerkschaft kommt heute ohne professionelle Interessenvertretung aus. Dennoch wurde das Thema lange Zeit von Wissenschaft und Medien vernachlässigt, da es sich im meist undurchsichtigen und informellen Bereich persönlicher Treffen, Anrufe und Kontaktanbahnungen zwischen Interessenvertretern, Politikern und Managern bewegt. Dieser Bereich war entweder per se verborgen (und damit für Journalisten nur unter erheblichem Arbeitsaufwand zugänglich), oder wurde nicht vom klassischen Instrumentarium von Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaften erfasst.
Zehn ThesenDen bisherigen Kenntnisstand im Bereich Lobbyismus halten die beiden Autoren in zehn Thesen fest, die Aufschluss über Instrumente, Adressaten, und Vorgehensweisen der Beteiligten geben. Zudem schildern sechs (sehr vorsichtig gehaltene) Vorschläge, wie sich die Autoren eine verbesserte Kontrolle von Lobbytätigkeiten vorstellen. Der Schlüsselbegriff hierzu ist Transparenz, wobei allerdings fraglich ist, ob diese den gewünschten Effekt hat – denn zur Transparenz muss eine kritische Öffentlichkeit hinzukommen, die darüber hinaus über genügend Sachverstand und journalistische Kapazitäten verfügen müsste, dem Treiben der Lobbyisten – auch auf deren eigenem Spezialgebiet, nämlich bei der gezielten Beeinflussung der Medienberichterstattung – Einhalt zu gebieten.
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