| Lean Brain Management |
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Rezension des Wirtschaftsbuchs von Gunter Dueck: Effizienzsteigerung, Optimierungsprozesse, um sich greifendes Controlling und Managementwahn sind die Themen des Buches von Gunter Dueck. Nicht ohne Grund lautet der Untertitel des Buches „Erfolg und Effizienzsteigerung durch Null-Hirn“ – bei „Lean Brain Management“ handelt es sich um nichts weniger als eine komplette Wirtschafts- und Gesellschaftsphilosophie. Die These: Noch immer treibt wild wuchernde Intelligenz ihr Unwesen und steht so einer rationalen Ökonomisierung aller Lebensbereiche im Wege. Lean Brain Management begrenzt den Einsatz von Intelligenz auf das nötige Mindestmaß. So kommt die Untugend Intelligenz nur beim Aufbau von standardisierten Problemlösungen zum Einsatz und wird dagegen bei der Ausführung vermieden: Warum echte (und kostspielige) Intelligenz nutzen, wenn ein Abklatsch davon genügt und fast genauso intelligent wirkt? Viele Köche verderben den Brei – daher beschränken wir die Anwendung der Intelligenz auf die Entwicklung eines optimalen und idiotensicheren Rezepts. Oder, in der Kunst: „Ein paar echte Originale wie Mozart, Bach, Mahler, Wagner oder Bruckner reichen für Jahrhunderte in der Musik!“
Selbständiges Denken verbotenDer Firmenangestellte existiert nicht zum Denken, sondern zur Ausführung vorgegebener Anordnungen. Er soll das perfekte und austauschbare Instrument in der Hand des Managements sein. Um dies zu erreichen, sollen nicht nur alle Arbeitsabläufe automatisiert, sondern auch die Ausbildung standardisiert werden. Der Manager beschränkt sich in diesem Modell wohlweislich auf die Funktion eines Antreibers – er muss nichts von der Produktion oder der Dienstleistung des Unternehmens verstehen, um diese Aufgabe zu erfüllen. Er lässt sich nicht von zeitraubenden Details ablenken, sondern konzentriert sich auf seine eigentliche Funktion: Die Forderung nach einer Effizienzsteigerung, die sich auch gerne mal mit einer knackigen, inhaltsfreien Power-Point-Präsentation untermalen lässt. Grundregel für Manager: „Muten Sie anderen soviel Arbeit zu, wie Sie können. Wenn etwas anbrennt, halten Sie Entschuldigungen bereit. Danken Sie für die zugemutete Arbeit.“ (wobei die Tätigkeiten „Danken“ und „Entschuldigen“ glücklicherweise keine Kosten verursachen).
Parodie vs. RealitätEs ist Gunter Dueck, der selbst als Mathematiker und Betriebswissenschaftler mit der Optimierung und dem so genannten Controlling von Systemen betraut ist, auf interessante und amüsante Weise gelungen, die Logik und die Konsequenzen eines um sich greifenden Optimierungswahns darzustellen. Er macht sich hierbei die sinnentleerte Sprache des Managements zunutze und wechselt dabei ständig zwischen Ironie, Zynismus und einer deutlich weniger spaßigen Beschreibung der tatsächlichen Verhältnisse in Unternehmen. So ist dafür gesorgt, dass so mancher Lacher im Halse stecken bleibt, zumal die sich selbst ernst nehmende Managementliteratur gerade dabei ist, weit über Duecks Buch hinauszugehen. Lean Brain Management: Erfolg und Effizienzsteigerung durch Null-Hirn |